KOLO - wie Phönix aus der Asche


Ein Möbel, das wie aus dem Feuer entsprungen scheint. Das Feuer und dessen Produkt birgt immer eine große Faszination.

Verbrannte Oberflächen wirken durch ihre spontane unregelmäßige Oberfläche. Genau diesen Ansatz verfolgten wir bei der Entwicklung des KOLO.


#seidenholz #holz #strukturplatte #kolo


Ein Möbel ist in erster Linie ein Gebrauchsgegenstand - zumindest in den meisten Fällen. Es erzählt durch seine Form und durch seine Materialität eine Geschichte und spiegelt damit auch die Persönlichkeit seines Besitzers wider. Bei der Entwicklung des KOLO war es uns wichtig, gerade der Materialität einen hohen Stellenwert zuzuschreiben. Unser Anspruch war es, eine Geschichte zu erzählen.


Das Material


Inspiriert durch das Seidenholz, verwendeten wir eine dreidimensional geprägte Sperrholzplatte. Der große Vorteil ist – im Gegensatz zum Seidenholz, das abgeflämmt wird – dass diese Platte nicht abfärbt und sich dadurch für den Möbelbau eignet. Die Oberfläche wird durch eine spezielle Prägetechnik, die vom Seidenholz inspiriert ist, hergestellt. Mit enormen Druck entsteht eine dreidimensionale Oberfläche, die haptisch erlebbar wird. Ein Material, das neue Denkweisen in der Fertigung fordert.



Die Herangehensweise


Anders als bei herkömmlichen Platten muss ganz zu Beginn festgelegt werden, welches Segment der Oberfläche an welcher Stelle des Möbels später abgebildet sein soll. Wichtig war uns, dass die umlaufende Oberfläche des KOLO nahtlos ist, um dem Bild einer authentischen Verbrennung gerecht zu werden.


Jedes Segment und damit auch jedes Möbel, ist von der Oberfläche individuell und unterscheidet sich durch die Struktur, aber auch durch seine Lackierung. Dieser Arbeitsvorgang ist kongruent wie bei der Bearbeitung von Massivholz, bei dem ein besonderes Augenmerk auf die Holzstruktur gelegt wird.


Die Prägung


Die Oberfläche überzeugt durch die natürlich wirkenden Höhenunterschiede. Darauf fallendes Licht lässt die Oberfläche lebendig werden. Man verspührt sofort das Gefühl, mit den Fingerspitzen die Struktur begreifen zu wollen. Das Thema der Haptik wird immer wichtiger, denn die meisten Gegenstände, die uns umgeben, sind glatt und homogen.

Wer kennt nicht das schöne Gefühl, in einen Leinensack auf dem Markt voll mit Reis, Hirse oder Körnern zu greifen? Genau diese Faszination und dieses Gefühl wollen wir mit unserem haptischen Möbel transferieren.


#herangehensweise #tischlermeister #produktentwicklung


Die Verarbeitung


Normalerweise werden in einer Tischlerei homogene Materialien verarbeitet. Die Dicke der Platten darf für die Verarbeitung nicht variieren.


Die geprägte Platte besteht aus einer sehr gut bearbeitbaren und hochwertigen Sperrholzplatte. Die Prägung führt jedoch zu Höhenunterschieden in der Platte, die eine besondere und überlegte Herangehensweise erfordern. Oftmals war es nur möglich, mit einer speziell angefertigten Schablone Arbeitsschritte durchzuführen.

Gerade bei der Verarbeitung an den Maschienen, wie Kreissäge oder Fräse, musste zusätzlich besonderes Augenmerk auf die Unversehrtheit der Oberfläche gelegt werden.


Schritt für Schritt


Konventionelle Bearbeitung und Vorgehensweisen sind bei diesem Material fehl am Platz. Jeder Schritt muss genau überlegt sein und der Zusammenhang gewahrt werden.

Uns war es sehr wichtig, dass die Oberfläche nahtlos aufeinander folgt. Gerade an der Kante bedeutete dies einen erheblichen Mehraufwand.


Das Design im Detail


Der Entwurf und die Entwicklung der Form des Möbels ist ein intensiver Prozess. Fragen der Proportion, des Nutzens und der Wirkung sind hier maßgeblich. Genauso wichtig ist aber auch die Umsetzung jener Gedanken und Zielsetzungen im Detail. Kompromisse sind an dieser Stelle unangebracht. Jedes noch so kleine Detail trägt am Schluss zum Gesamtbild bei.

Dabei geht es uns um die passende Detaillösung, aber auch um eine hochwertige, korrekte und langlebige Umsetzung.



Verbindungen Schaffen


Holz und Stahl sind zwei konträre Materialien. Sie haben ganz unterschiedliche Eigenschaften. Eine Symbiose ist meist nur schwer zu vereinbaren. Für unser KOLO wollten wir aber genau diese Verbindung schaffen. Eine Verbindung, die durch die Materialität eine einheitliche Sprache spricht.

Beide Materialien haben etwas mit Feuer zu tun – wenn auch die Strukturplatte dies nur zu zitieren vermag, ist die Aussage doch die gleiche.


Für das Fußgestell entschieden wir uns für gelaserte Stahlteile, die durch eine Einfräsung am Korpus befestigt werden. Dadurch entsteht eine hochwertige und stabile Verbindung, die beiden Materialien genügend Platz zur Ausdehnung gibt.


Geschichte Erzählen


Im Entwurfsprozess war uns besonders wichtig Materialien zu wählen, die in der Lage sind, eine Geschichte zu erzählen.

Welche Geschichte erzählt verbranntes, abgekohltes Holz und wie kann man diese Geschichte in ein Möbel verpacken?! Genau diese Frage war maßgeblich für den Entwurf.


Das Innere des KOLO nimmt Bezug auf die ausgehende Sperrholzplatte. Die Schubladen sind aus Sperholzplatten gefertigt und weiß geölt. Der Boden ist mit geöltem Kork belegt. Unser Ziel war es, den Aspekt der verbrannten Hülle darzustellen und damit auch wieder die Verbindung zum Ursprungsmaterial - Seidenholz - herzustellen.


Das Fußgestell aus 6mm Stahl gibt dem Möbel Stabilität, die aufgrund der Materialwahl fast schon grafisch anmutet. Es impliziert Leichtigkeit und Schwere und wird, wie das verkohlte Holz, mit etwas Edlem und Archaischem verbunden.


Das KOLO


ist ein Möbel, das in der Lage ist, eine Geschichte zu tranfsferieren. Kein KOLO gleicht einem anderen, da die Struktur und die Lackierung variieren. Jedes Möbel wird in Handarbeit und mit viel Gespühr gefertigt. Es erhält durch seine Struktur einen eigenen Charakter.


Die Verwendung von neuen Materialien bedingt in den meisten Fällen eine neue Denkweise. Das KOLO ist das Produkt eines Prozesses, der ein eigenes Design und eine andersartige Fertigung erforderte. - Das Material als Herausforderung.


  • Facebook - Black Circle
  • Instagram - Black Circle
  • Pinterest - Black Circle

Systemadministration 
© Copyright Lückenfüller e.U.
Alle Rechte vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung von Lückenfüller e.U..

Haftungsausschluss & Gewährleistung  
Lückenfüller übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch Verwendung der dargebotenen Informationen bzw. durch Verwendung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht worden sind, sind ausgeschlossen.
Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

© 2020 lueckenfueller.design